Hövelmarkt in der Corona-Krise

Bis zum 31. August 2020 sind Großveranstaltungen gemäß den Beschlüssen der Länderregierungschefs und der Bundeskanzlerin vom 15. April 2020 untersagt. „Nach intensiven Beratungen im Vorstand haben wir uns jetzt schweren Herzens dazu entschlossen, unser Erntedankfest abzusagen. Es hätte nur vier Tage nach diesem Termin stattgefunden. Das schmerzt umso mehr, da wir mit unseren Freunden und Gästen in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum hätten feiern können“, erklärt ein enttäuschter Günter Austermeier, Vorsitzender des Bürgervereins Espeln.

„Allein die notwendigen Vorbereitungstreffen hätten zumindest unter der aktuellen Rechtslage so nicht stattfinden können. Das Risiko ist einfach zu hoch für uns, kurzfristig absagen zu müssen. Letztlich geht es in dieser Situation vorrangig um die Gesundheit der Espelner Bürger, der teilnehmenden Gruppierungen sowie aller Besucher und Gäste“, so Austermeier weiter in der gemeinsamen Pressemitteilung von Bürgerverein und Verkehrsverein. Trotzdem schaut Espeln optimistisch in die Zukunft. „Im nächsten Jahr holen wir alles nach. Dann werden wir auch das Jubiläumsdatum entsprechend aufgreifen und kräftig nachfeiern!“, verspricht Austermeier abschließend.

Eine endgültige Entscheidung, ob der 206. Hövelmarkt in diesem Jahr wie gewohnt vom 2. bis 4. Oktober stattfinden kann, wird in den nächsten Tagen fallen, so die Verantwortlichen des veranstaltenden Hövelhofer Verkehrsvereins. „Natürlich beschäftigen wir uns schon seit einiger Zeit mit diesem Thema“, erklärt Vorsitzender Hubert Böddeker.

Man stehe derzeit im intensiven Austausch mit dem gemeindlichen Krisenstab einschließlich des ärztlichen Beraters, dem Sprecher der Hövelmarkt-Schausteller, dem Festwirt und weiteren verantwortlichen Personen im Vorstand sowie Marktmeister- und Organisationsteam. „Eine endgültige Absage hat weitreichende Folgen, z.B. auch in finanzieller Hinsicht für unsere Schaustellerpartner. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, letztlich steht aber der Gesundheitsschutz zur Bewältigung der Corona-Pandemie an erster Stelle“, so Böddeker weiter in der Presseerklärung.

„Ehrlicherweise stehen die realistischen Chancen aktuell nicht gut für eine Durchführung im gewohnten Rahmen. Das zeigen die zunehmenden Absagen anderer Veranstaltungen und Feste in diesem Zeitraum“, so Thomas Westhof, Vorstandsmitglied im Verkehrsverein und Leiter der Stabsstelle Wirtschaft und Marketing der Gemeinde Hövelhof. In dieser Funktion ist er auch Mitglied im gemeindlichen Corona-Krisenstab und hält die Verbindung zu diesem Gremium. Gemeinsames Ziel sei eine zeitnahe Klarheit für alle Beteiligten und für die Öffentlichkeit, da aufgrund der bereits angelaufenen Festvorbereitungen und notwendigen Vertragsabschlüsse eine Entscheidung nicht unbegrenzt aufgeschoben werden kann.

„Unabhängig davon beobachten wir die weitere Entwicklung genauestens, vor allem auch die rechtliche. Sollte sich in den nächsten Monaten eine für Oktober eindeutige Rechtslage abzeichnen, werden wir natürlich kurzfristige Alternativkonzepte mit kreativen Ideen entwickeln. Vielleicht sogar solidarisch mit unseren Freunden aus Espeln, die ihr 100. Jubiläums-Erntedankfest Anfang September aufgrund der schwierigen Situation nicht durchführen werden können. Unter bestimmten Auflagen sind dann möglicherweise auch Karussellfahrten möglich. Wir setzen da auf die bekannte Flexibilität unserer Schaustellerfreunde, die es ja durch die Absage zahlreicher Feste besonders hart trifft“, so Böddeker und Westhof abschließend in der gemeinsamen Erklärung.